Schwedenreise – Natur, Genuss und nordischer Charme
Unsere Reise begann mit Freunden im kleinen, typisch schwedischen Ort Kuggeboda. Idyllisch gelegen in der Provinz Blekinge, unweit von Ronneby und Listerby. Blekinge wird auch der „Garten Schwedens“ genannt, bekannt für seine sanften Küsten, Wälder und Schäreninseln. Ronneby war einst eine Kurstadt und lockt heute mit dem wunderschönen Brunnspark, einem der eindrücklichsten historischen Landschaftsparks des Landes.
Wir wohnten in einem roten Holzhaus mit weissen Fensterläden, keine zwei Minuten vom Meer entfernt. Gleich hinter dem Haus begann das Naturidyll – Felsen, Wald, Wasser. Dort verbrachten wir eine richtig entspannte Woche: Wir werkelten gemeinsam an einem kleinen Ferienblockhaus, gingen fast täglich fischen, spielten abends Gesellschaftsspiele am Kaminfeuer und machten Ausflüge in die Umgebung, zum Beispiel nach Ronneby, Brändaholm oder ins maritime Karlskrona.
Ein besonderes Highlight waren unsere täglichen „Fikas“. In Schweden ist das weit mehr als nur eine Kaffeepause. Es ist eine liebgewonnene Tradition. Man nimmt sich Zeit, sitzt zusammen, trinkt Kaffee und geniesst meist etwas Süsses dazu. Natürlich durften Kanelbullar, die klassischen Zimtschnecken, nicht fehlen. Und ehrlich: Noch nie schmeckte Kaffee so gut wie mit Blick aufs Meer, mitten im Nichts und ganz ohne Hektik.
Auch kulinarisch liessen wir uns verwöhnen. Frischer Fisch direkt aus dem Wasser, dazu Kartoffeln und natürlich Köttbullar. Die Schweden wissen wirklich, wie man das Leben geniesst!
Nach etwa einer Woche hiess es Abschied nehmen von unseren Freunden, und mein Mann und ich setzten unseren Roadtrip fort. Es ging via Halmstad und Varberg nach Göteborg. Halmstad liegt direkt an der Kattegatküste und ist bekannt für seine Strände und das Schloss. In Varberg beeindruckt vor allem die mächtige Festung am Meer, ein echter Hingucker mit Geschichte. Göteborg, mit rund 600’000 Einwohnern die zweitgrösste Stadt des Landes, hat uns mit ihrem Charme sofort begeistert. Drei Tage lang erkundeten wir die Stadt zu Fuss, mit dem Velo und per ÖV (öffentliche Verkehrsmittel). Besonders ins Herz geschlossen haben wir das Viertel Haga mit seinen kleinen Läden, Kopfsteinpflastergassen und gemütlichen Cafés. Göteborg hat eine lange Fischereitradition und das merkt man: So frische Meeresfrüchte haben wir selten gegessen!
Von dort führte unser Weg weiter nordwärts entlang der Westküste, ein Tipp von Einheimischen, die diese Gegend als die schönste Schwedens bezeichnen. Und sie hatten recht: Die Schärenküste zeigt sich hier von ihrer spektakulärsten Seite – Felsen, kleine Buchten, charmante Fischerdörfer. In Smögen schlenderten wir über die berühmte „Smögenbryggan“ mit ihren bunten Holzhäusern, bevor es weiter nach Fjällbacka ging, ein Ort, der nicht nur landschaftlich beeindruckt, sondern auch durch die Krimis von Camilla Läckberg bekannt wurde. Sie lebt hier und ihre Geschichten spielen direkt vor Ort.
Danach zog es uns ins Landesinnere. Vorbei an unzähligen glitzernden Seen fuhren wir zum Schloss Läckö auf der Insel Kållandsö – ein märchenhaftes Bauwerk direkt am Vänernsee. Weiter ging’s nach Gränna am Vätternsee, wo die berühmten rot-weissen Zuckerstangen „Polkagrisar“ noch heute in Handarbeit hergestellt werden. Wir durften sogar zusehen und probieren!
Einer der magischsten Orte war für uns Vimmerby, genauer gesagt „Astrid Lindgrens Värld“. Nicht nur für Kinder ein Erlebnis, sondern für alle, die mit Pippi, Michel oder Ronja aufgewachsen sind. Danach machten wir Halt im charmanten Holzstädtchen Eksjö, eines der wenigen, das noch weitgehend im Original erhalten ist und besuchten die Stadt Örebro mit ihrem beeindruckenden Schloss mitten in der Stadt.
Den krönenden Abschluss unserer Reise bildeten ein paar Tage in Stockholm. Für mich war es bereits der zweite Besuch und wieder war ich begeistert. Trotz ihrer Grösse wirkt die Hauptstadt ruhig, übersichtlich und unglaublich einladend. Perfekt, um durch die Quartiere zu schlendern, Cafés zu entdecken und natürlich für die eine oder andere „Fika“.
Stockholm verteilt sich auf 14 Inseln, verbunden durch 57 Brücken. Kein Wunder, dass sie oft als „Venedig des Nordens“ bezeichnet wird. Die Stadt vereint Grossstadtflair mit Natur, Kultur und einer entspannten Atmosphäre. Besonders fasziniert haben uns die verschiedenen Stadtteile: das kreative Södermalm, das elegante Östermalm, das geschäftige Norrmalm und dazwischen die Altstadt Gamla Stan mit ihren engen Gassen und farbigen Häusern. Sehenswert sind natürlich auch das Vasa-Museum, das ABBA-Museum und das Freilichtmuseum Skansen. Ein Rundumschlag durch Geschichte, Musik und Natur.
Alles in allem war es ein unvergesslicher Roadtrip voller Eindrücke, ruhiger Momente und echtem schwedischem Lebensgefühl. Wir kommen definitiv wieder.


























